VIP-Tipp von Till Beckmann

VIP-Tipp von Till Beckmann

Till Beckmann verrät in diesem Interview, warum Lampenfieber wie ein natürlicher Rausch ist, mit nur einer Nebenwirkung

Neulich bei uns in der WDR-Lokalzeit aus Dortmund: Ich lerne Till Beckmann kennen. Im Interview erzählt er mir, wie er als neuer Regisseur beim Geierabend den alternativen Ruhrgebietskarneval in Dortmund witziger machen und mehr Tempo rein bringen will. Ich höre und staune. Denn Till Beckmann ist ein Tausendsassa: Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor. Er hat zum Beispiel mit seinem Bruder zusammen das Drehbuch zum Adolf Winkelmann-Film „Junges Licht“ geschrieben, in dem auch seine Schwester Lina Beckmann mitspielt – zusammen mit ihrem Mann Charly Hübner. Ich habe Till gefragt, wann ihn jemand auf der Bühne wirklich überzeugt und ob er unter Lampenfieber leidet. Seine Antwort ist so ehrlich wie aufschlussreich:

Till, hast Du Lampenfieber?

„Liebe Sabine, am Anfang, auf einer Theatertour, hatte ich richtige Probleme mit Lampenfieber. Auf der Bühne wurde mir schummerig, ich hatte Sorge, ohnmächtig zu werden und nachts konnte ich dann nicht gut schlafen. Das war mein Erlebnis mit negativem Lampenfieber. Vielmehr Erfahrung habe ich mit den positiven Seiten dieser merkwürdigen Emotion.

 

Lampenfieber ist wie ein natürlicher Rausch – mit nur einer Nebenwirkung…

 

Wenn ich müde, kränklich oder lustlos bin, kurz vor dem Auftritt, sorgt das Lampenfieber dafür, dass ich voll da bin. Wie ein natürlicher Rausch, mit nur einer Nebenwirkung: man will immer wieder raus auf die Bühne.“

Wann überzeugt Dich jemand auf der Bühne?

„Wenn ich merke, dass der Mensch seinen Kollegen zuhört, wirklich anwesend ist und nicht nur eine Rolle spielt. Wenn er sich in den Dienst der Geschichte stellt. Wenn sie oder er alles geben und es rund läuft, diesen Flow-Zustand merkt man auch im Publikum. Es ist live auf der Bühne aber ein Geben und Nehmen. Wenn der/die Spieler*in merken, die Zuschauer sind da (nicht nur physisch) und haben Lust, dann werden wir auf der Bühne auch besser.“

Wann wirkt jemand kompetent?

„Ich bin kein großer Freund von Schauspielersprache, manchen Schauspieler*innen hört man an, wie gut sie sprechen können, das ist mir dann oft zu viel. Lieber mit Leben drin. Kompetent wirkt jemand für mich, wenn ich merke, dass er für seine Sache brennt. Und sich vorbereitet hat. Nicht nur Standardsätze abspult, den anderen zuhört. Kurz: wenn er Persönlichkeit hat. Wenn es aus dem Inneren der Person kommt, sind Gestik und Mimik auch überzeugend. Nichts von außen draufgestülptes.“

Lieber Tim, vielen Dank für das Interview und Deine Tipps!

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Vorstellungen:

Geierabend – Zechen und Wunder
1.2.2019 – 19.30 Uhr
2.2.2019 – 19.30 Uhr
3.2.2019 – 18.30 Uhr
Jennifer Ewert & Till Beckmann

„TITANIC – Wenn schon untergehen, dann mit Stil“
2.2. und 8.2.2019 – 20.00 Uhr
Theater Fletch Bizzel, Dortmund

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VIP-Tipp von Till Beckmann

Till Beckmann ist ein Tausendsassa: Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor. Er hat zum Beispiel mit seinem Bruder zusammen das Drehbuch zum Adolf Winkelmann-Film „Junges Licht“ geschrieben. Ich habe Till gefragt, wann ihn jemand auf der Bühne wirklich überzeugt.

Frisur für den großen Auftritt

Frisur für den großen Auftritt

Die Frisur im Rampenlicht – ein haariges Thema

Oben hui, unten pfui ist ja schon schlimm genug. Also, wenn der Anzug tippitoppi ist, aber die Schuhe schäbig sind. Andersherum ist es allerdings auch nicht besser. Also, wenn das Outfit super aussieht, aber obenrum die Frisur großer Käse ist. Und wann ist das der Fall? Mhm, das ist zunächst einmal Geschmackssache…vor allem, wenn man gar keinen Käse mag. Aber in der Tat sind ungepflegte Haare, oder eine nachlässige oder nicht zum Träger passende Frisur etwas, was einen Zuschauer total ablenkt. Zu schlunzig, zu aufgedonnert, zu radikal – und das Publikum ist in Gedanken nicht bei dem, was Sie sagen, sondern nur bei dem was Sie tragen – und zwar auf dem Kopf.

 

Bei Ihrem großen Auftritt bitte nicht: Haare wischen oder zwirbeln

Auch schlimm – Haardreher und Haarwischer. Also – wenn der Vortragende ständig eine Strähne zwirbelt oder den Pony immer wieder aus dem Gesicht streicht. Typische Gesten von Nervosität und Stressbewältigung. Kommt gar nicht gut an. Bei ihrem großen Auftritt – Finger weg von der Frisur.

 

Dünnes Haar – dickes Haar – gar kein Haar

Vor einer Fernsehkamera oder auf der Bühne gibt es tatsächlich auch ein paar Dinge zu beachten, ganz unabhängig von Geschmack und Frisurentrends. Zum Beispiel bei dünnem Haar. Das wirkt vor der Kamera noch dünner. Scheinwerfer bringen gnadenlos jede Lücke ans Licht. Bei den Damen wird dann wie wild toupiert. Lord Helmchen mit bretthartem Haar. Auch nicht schön. Bei den Herren wird gerne mit Haarspray und Gel nachgeholfen, bis die wenigen Strähnen noch strähniger aussehen. Lieber nicht. Am einfachsten haben es die Herren ohne Haar. Da wird der ganze Kopf geschminkt und gepudert, inklusive Ohren und Hals und fertig! Raus ins Rampenlicht! Bei den Damen, die öfter vor die Kamera müssen, werden Haarteile eingehangen, eingeklebt oder eingeschweißt. Das hilft tatsächlich – zumindest, wenn die Maskenbildnerin weiß, wie man so was macht und unter dem echten Haar gut versteckt. Wenn Klebestreifen und Clips rausschauen, wird es eher peinlich.

Für Reden und Interviews im Freien, wo schon mal der Wind das Haar hebt, ist Vorsicht angebracht. Also – nicht zu viel sprühen, toupieren und gelen. Aber auch nicht zu wenig. Denn wenn ein Haar absteht wie eine Antenne, dann fällt das im Scheinwerferlicht besonders auf. Und damit meine ich nicht nur Kopfhaare. Auch Augenbrauen, Nasen- und Ohrenhaare wachsen ja manches Mal in erstaunlicher Länge. Besser vorher überprüfen und zurecht stutzen oder zupfen. Übrigens – Herrschaften mit vollem dunklen Haar sind auch nicht immer einfacher dran. Da kann die Frisur schnell mal nach Mütze oder Haube aussehen, wenn die Kontur allzu rund und zu glatt ist. Die Kamera ist gnadenlos – und der Zuschauer auch! Also – was tun?

 

Der haarige Test bringt es ans Licht: Hohlräume, Vogelnester, Antennen

Zuhause schon mal den Frisurentest machen. Vor den Spiegel stellen und Licht von verschieden Seiten kommen lassen. Testen, ob es Hohlräume, Vogelnester oder Antennen gibt. Oder vielleicht einfach mal eine neue Farbe und Frisur ausprobieren. Und dann: nirgendwo pfui, überall hui!

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihre Sabine Ziemke

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Powerposen

Powerposen

Wenn Sie sich zum Affen machen, haben Sie mehr Erfolg

Im neuen Jahr habe ich mir vorgenommen, mich mal wieder öfter zum Affen zu machen. So richtig mit Brustkorb aufblähen, Zähne fletschen, rum trommeln. Dann steigt nämlich mein Testosteron-Spiegel und mein Cortisol-Spiegel sinkt. Und dadurch wirke ich viel selbstbewusster und überzeugender.

 

Posen wie die Superhelden

Das überzeugt Sie jetzt noch nicht? Schauen Sie sich mal auf Youtube den Vortrag der amerikanischen Sozialpsychologin Amy Cuddy an. Dann machen Sie sich auch zum Affen und fühlen sich gut dabei. Es geht um die viel beschworenen Power-Posen. Ausladende Gesten, mit denen Sie Macht demonstrieren. Arme nach oben strecken oder in die Hüfte stemmen, während Sie breitbeinig da stehen – so wie Wonder Woman oder Superman. Sich größer machen, Raum einnehmen. So wie ein Affe, der sich vor einem Konkurrenten aufbaut und auf seinem Brustkorb trommelt. Das alles sollten Sie zwei Minuten lang tun – bevor Sie in ein wichtiges Gespräch gehen oder eine Präsentation haben – nicht während dessen!

 

Was bei der Powerpose mit Ihrem Körper passiert

Amy Cuddy hat in ihren Studien nachgewiesen, dass innerhalb von 2 Minuten, in denen man machtvolle Gesten ein nimmt, der Testosteron-Spiegel – also das Dominanzhormon – ansteigt und der Cortisol-Spiegel – also das Stresshormon – sinkt. Das heißt, wenn Ihr Körper Ihrem Kopf signalisiert, dass er sich stark und mächtig fühlt, dann denken Sie das nach kurzer Zeit auch. Wie viel stärker Sie sich fühlen, hängt vermutlich davon ab, mit welcher Power Sie die Posen ausführen. Auf jeden Fall steigt Ihr Selbstbewusstsein und Sie sind mit mehr Begeisterung und Leidenschaft bei der Sache. Und wie Sie etwas sagen, ist bekanntlich viel wichtiger, als das, was Sie sagen.

 

Terminvorbereitung mal anders

Also – vor dem nächsten wichtigen Termin nicht klein machen, nicht die Arme verschränken, nicht auf’s Handy schauen. Sondern groß machen, rumlaufen, Raum einnehmen, Arme ausbreiten, Lächeln. Wenn Sie lächeln, fühlen Sie sich bald auch glücklicher. Schneiden Sie eine Grimasse! Machen Sie sich zum Affen. Das entspannt und macht stark und selbstbewusst. Und dann geht’s mit Power durch den Dschungel!

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihre Sabine Ziemke

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