Tod durch Folie

Kennen Sie den Tod durch Folie? Also – PowerPoint-Folien, die so sterbenslangweilig sind, dass man bei der Präsentation förmlich dahinsiecht? Falls Sie zu den Tätern gehören und demnächst Ihre Opferzahl reduzieren wollen, dann achten Sie bitte auf Folgendes: Bei einer Präsentation sind nicht die Slides das Wichtigste, sondern Sie. Ansonsten könnten Sie gleich zu Beginn ein Handout verteilen und danach wieder gehen.

 

Immer das Publikum im Blick haben

Präsentation kommt von präsentieren, das heißt, Sie schauen zum Publikum und nicht zur Leinwand. Sie stehen vor der Leinwand und nicht daneben. Und Sie lesen nicht einfach nur vor, was der Beamer an die Wand wirft. Sie erläutern und erklären. Dafür brauchen Sie keine Bleiwüsten auf den Folien, da reichen Stichworte aus. Möglichst groß (30 Punkt), möglichst wenige auf einer Seite (am besten immer nur drei Aspekte). Die können Sie der Spannung wegen auch gern erst nacheinander auf der Folie einblenden. Alles, was auf den Slides steht, versucht der Zuschauer auch zu lesen und hört Ihnen in dieser Zeit nicht zu.

 

Statt Bleiwüste Stichworte und Bilder zeigen

Deshalb: Abkürzungen, kleine Zahlen, Formeln, Quellenhinweise – löschen Sie alles, was nicht zwingend notwendig ist. Fokussieren Sie Ihr Publikum optisch auf das Wichtigste. Sie können zur Sicherheit alle Informationen, die wichtig werden könnten, als Anmerkungen speichern. Splitten Sie Ihren Laptop-Bildschirm, so dass Sie links sehen, was die Zuschauer sehen und rechts all Ihre weiteren Anmerkungen stehen. Wenn Sie es mit komplizierten Schaubildern und Tabellen zu tun haben, dann können Sie diese auf der ersten Folie ganz zeigen und dann alle nicht relevanten Zahlen, Skalen etc. abdecken. So dass nur noch die Stelle zu sehen ist, um die es geht. Arbeiten Sie mit Bildern, Fotos, Icons auf Ihren PowerPoint Folien. Die sagen eh mehr als tausend Worte.

 

Vorsicht vor technischen Spielereien in PowerPoint

Aber hüten Sie sich vor zu viel technischen Spielereien. Bilder, die rein- und rausfliegen etc. sind meist eher peinlich als professionell. Überlegen Sie sich einen schönen Ein- und Ausstieg für Ihre Präsentation. „Hallo, ich bin der soundso und würde Ihnen heute gerne was über…erzählen…!“ Gähn! Langeweile vom ersten Moment an.

 

Zu Anfang muss es knallen – der richtige Einstieg

Was ist die Hauptbotschaft Ihrer Präsentation? Was ist der Mehrwert für das Publikum? Warum sollen Ihnen die Zuhörer ihre kostbare Zeit schenken? Machen Sie sofort klar, warum es so wichtig ist, Ihnen zuzuhören. Nehmen Sie den Anfangsgedanken zum Schluss wieder auf, so haben Sie eine schöne inhaltliche Klammer geschaffen. Verbannen Sie den Konjunktiv aus Ihrer Rede. „Ich würde jetzt gerne…und wir hätten ja viel lieber…und es wäre schön, wenn…!“ Das ist nicht souverän. Keine Weichmacher im Satz. Pausen allerdings schon. Das drosselt Ihr Sprechtempo und ermöglicht es dem Publikum, auch mal selbst mit- und nachzudenken.

 

Fragen Sie nicht, ob jemand Fragen hat…

Dafür eigenen sich auch Fragen ganz hervorragend. Allerdings kommen aus dem Publikum nur selten welche. Fragen Sie deshalb lieber das Publikum etwas. Antworten ist für die Zuhörer viel einfacher als Fragen zu stellen! Wechseln Sie während Ihrer Präsentation auch mal Ihren Standort. Gehen Sie mal nach links zum Publikum, mal nach rechts. Aber tigern Sie nicht hin und her. Alles in Maßen.

 

Der richtige Abgang

Wenn Sie Ihre Präsentation beenden, dann verlassen nicht gleich fluchtartig die Bühne (wie klein oder groß diese auch sein mag). Bleiben Sie stehen, zählen Sie in Gedanken bis drei und erst dann gehen Sie oder stehen für weitere Fragen zur Verfügung. Und Sie werden sehen – plötzlich macht die Präsentation nicht nur Ihnen Spaß, sondern auch Ihrem Publikum. Niemand muss sich mehr totlangweilen. Denn jetzt präsentieren Sie Ihre PowerPoint mit Power!
Viel Spaß dabei wünscht Ihnen

Ihre Sabine Ziemke

 

[Bildquelle: © fotolia.com | Right 3]

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