Die Frisur im Rampenlicht – ein haariges Thema

Oben hui, unten pfui ist ja schon schlimm genug. Also, wenn der Anzug tippitoppi ist, aber die Schuhe schäbig sind. Andersherum ist es allerdings auch nicht besser. Also, wenn das Outfit super aussieht, aber obenrum die Frisur großer Käse ist. Und wann ist das der Fall? Mhm, das ist zunächst einmal Geschmackssache…vor allem, wenn man gar keinen Käse mag. Aber in der Tat sind ungepflegte Haare, oder eine nachlässige oder nicht zum Träger passende Frisur etwas, was einen Zuschauer total ablenkt. Zu schlunzig, zu aufgedonnert, zu radikal – und das Publikum ist in Gedanken nicht bei dem, was Sie sagen, sondern nur bei dem was Sie tragen – und zwar auf dem Kopf.

 

Bei Ihrem großen Auftritt bitte nicht: Haare wischen oder zwirbeln

Auch schlimm – Haardreher und Haarwischer. Also – wenn der Vortragende ständig eine Strähne zwirbelt oder den Pony immer wieder aus dem Gesicht streicht. Typische Gesten von Nervosität und Stressbewältigung. Kommt gar nicht gut an. Bei ihrem großen Auftritt – Finger weg von der Frisur.

 

Dünnes Haar – dickes Haar – gar kein Haar

Vor einer Fernsehkamera oder auf der Bühne gibt es tatsächlich auch ein paar Dinge zu beachten, ganz unabhängig von Geschmack und Frisurentrends. Zum Beispiel bei dünnem Haar. Das wirkt vor der Kamera noch dünner. Scheinwerfer bringen gnadenlos jede Lücke ans Licht. Bei den Damen wird dann wie wild toupiert. Lord Helmchen mit bretthartem Haar. Auch nicht schön. Bei den Herren wird gerne mit Haarspray und Gel nachgeholfen, bis die wenigen Strähnen noch strähniger aussehen. Lieber nicht. Am einfachsten haben es die Herren ohne Haar. Da wird der ganze Kopf geschminkt und gepudert, inklusive Ohren und Hals und fertig! Raus ins Rampenlicht! Bei den Damen, die öfter vor die Kamera müssen, werden Haarteile eingehangen, eingeklebt oder eingeschweißt. Das hilft tatsächlich – zumindest, wenn die Maskenbildnerin weiß, wie man so was macht und unter dem echten Haar gut versteckt. Wenn Klebestreifen und Clips rausschauen, wird es eher peinlich.

Für Reden und Interviews im Freien, wo schon mal der Wind das Haar hebt, ist Vorsicht angebracht. Also – nicht zu viel sprühen, toupieren und gelen. Aber auch nicht zu wenig. Denn wenn ein Haar absteht wie eine Antenne, dann fällt das im Scheinwerferlicht besonders auf. Und damit meine ich nicht nur Kopfhaare. Auch Augenbrauen, Nasen- und Ohrenhaare wachsen ja manches Mal in erstaunlicher Länge. Besser vorher überprüfen und zurecht stutzen oder zupfen. Übrigens – Herrschaften mit vollem dunklen Haar sind auch nicht immer einfacher dran. Da kann die Frisur schnell mal nach Mütze oder Haube aussehen, wenn die Kontur allzu rund und zu glatt ist. Die Kamera ist gnadenlos – und der Zuschauer auch! Also – was tun?

 

Der haarige Test bringt es ans Licht: Hohlräume, Vogelnester, Antennen

Zuhause schon mal den Frisurentest machen. Vor den Spiegel stellen und Licht von verschieden Seiten kommen lassen. Testen, ob es Hohlräume, Vogelnester oder Antennen gibt. Oder vielleicht einfach mal eine neue Farbe und Frisur ausprobieren. Und dann: nirgendwo pfui, überall hui!

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihre Sabine Ziemke

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